Among the Oak & Ash

- Among the Oak & Ash
Universal
“Among The Oak & Ash” haben der in Pennsylvania geborene und in New York lebende Josh Joplin und die in Mississippi aufgewachsene und nun in Nashville beheimatete Garrison Starr ihr erstes gemeinsames Projekt genannt.
Auf dem gleichnamigen Album tragen sie neben zwei selbst geschriebenen Stücken - “Joseph Hillstrom” und “High, Low & Wide” - zehn traditionelle angloamerikanische Folk- Songs vor, von denen die meisten aus den Appalachen stammen. Viele dieser Lieder sind Jahrhunderte alt, haben sehr eingängige Melodien und behandeln universelle Themen wie Liebe, Verlust, Verlangen, Grausamkeit und Tod. Joplin und Starr ist es gelungen, diesen Liedern mit spartanischen Arrangements einen zeitlosen Anstrich zu verpassen. Nicht zuletzt ist “Among The Oak & Ash” aber auch ein nachhaltiger Beweis für die eindrucksvollen Interpretationsfähigkeiten von Josh Joplin und Garrison Starr.
“Diese Lieder handeln von der Conditio humana, und das ist etwas, an dem sich eigentlich nichts ändert”, meint Joplin. Die zwölf Stücke des Albums setzen sich auf vielfältige Weise mit diesen Bedingungen des Menschseins und der Natur des Menschen auseinander: mal geht es zum Beispiel um Ungerechtigkeit (“Hiram Hubbard”), dann um Sehnsucht (“The Water Is Wide”) oder zum Scheitern verdammte Liebe (“Pretty Peggy-O”), Spiritualität (“Angel Gabriel”) und Tod (“All The Pretty Little Horses”).
“Viele Leute halten Folkmusik für brav und sanft, aber tatsächlich sind viele dieser Songs eher unanständig und brutal”, merkt Joplin an. “Sie decken das gesamte Spektrum ab: von Gott bis zum Teufel und von unerwiderter Liebe bis zu Mord.”
Erste Bekanntschaft mit diesem Genre machte Josh Joplin, als er die High-School sausen ließ und eine Weile lang kreuz und quer durch sein Heimatland reiste. Auf dieser Reise traf er Leute, die ihm die Musiktradition der Appalachen nahebrachten. Und zwar durch das Repertoire der aus Indiana stammenden, weitgehend unbekannten Band Hurricane Sadee. Deren Interpretationen von Folk- und Bluegrass-Standards öffneten Joplin die Augen für eine neue Welt von lyrischer Tiefe und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. In den folgenden Jahren wurde Joplin nicht müde, sich die bald leiernde Musikkassette mit den Aufnahmen dieser Band immer wieder anzuhören. Einige der Songs, die er nun für “Among The Oak & Ash” eingespielt hat, lernte er so vor Jahren durch Hurricane Sadee kennen. Cari Norris, die Leadersängerin von Hurricane Sadee, ist in dem Titel “Shady Grove” mit ihrem Banjo zu hören.
Während er an seiner eigenen Musikkarriere bastelte, fand Josh Joplin in der Sängerin und Songschreiberin Garrison Starr eine enge Freundin und verwandte musikalische Seele. Starr hatte, wie Joplin, schon als Jugendliche einen Plattenvertrag von einem Major-Label erhalten und verbrachte ihr Leben seitdem damit, ihre eigenen Songs vor Auditorien in aller Welt aufzuführen. Als in Joplin nun der Wunsch heranreifte, endlich ein Album mit den Folksongs aufzunehmen, die ihn so tiefgehend beeinflußt hatten, lag es gewissermaßen auf der Hand, Starr zur Zusammenarbeit an diesem Projekt einzuladen.
Obwohl sie selbst in traditioneller Folkmusik nicht besonders bewandert war, nahm Starr die Herausforderung begeistert an. “Josh kam nach Nashville, spielte mir ein paar Lieder vor und erzählte mir von seinem Konzept”, erinnert sich Garrison Starr. “Seine Leidenschaft für diese Musik war nicht zu überhören. Nachdem wir uns dann hingesetzt und zu spielen angefangen hatten, verliebte ich mich auch gleich in diese Stücke... und ins gemeinsame Musikmachen mit Josh. Joshs Leidenschaft für diese Musik steckte mich im Handumdrehen an.”
Zu den Sessions luden Joplin und Starr zwei der angesehensten Instrumentalisten von Nashville ein: Bassist Brian Harrison (Shelby Lynne) und Schlagzeuger Bryan Owings (Emmylou Harris, Patty Griffin). In der entspannten Atmosphäre von Harrisons Heimstudio gingen die vier Musiker die Sessions mit einem Sinn für organische Intimität an, der die von Herzen kommenden Darbietungen des Albums reflektiert. Da sie ohne die finanzielle Unterstützung eines Plattenlabels arbeiteten und so auch nicht Einflüssen von außerhalb ausgesetzt waren, konnten sie sich ganz auf die Musik konzentrieren.
“Es war wahrscheinlich das erste Mal, daß ich in einem Studio war und mir um nichts Sorgen machen mußte”, sagt Joplin. “Es war eine sehr relaxte Atmosphäre, und man hatte keinen Moment lang das Gefühl unter Zeitdruck zu stehen.”
“Es war eine großartige, kreative Atmosphäre”, fügt Starr an. “Wir nahmen alles innerhalb von sechs Tagen auf. Das meiste davon live, ohne viele Overdubs oder nachträgliche Produktionsarbeit. Wir gingen einfach ins Studio und spielten die Songs, und es wirkte alles vollkommen natürlich und ehrlich.”
Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern, die sich in jüngster Zeit bei ähnlichen Projekten der Auseinandersetzung mit Folk- und Bluegrassmusik widmeten, hegten Joplin und Starr von vorneherein kein Interesse daran, bewußt einen nostalgischen Sound zu kreieren. “Ich finde, daß diese Musik von einer ganzen Schar von Leuten, die sie wiederbelebt haben, wie ein kostbares Schmuckstück behandelt wurde”, meint Joplin. “Aber wenn man sich anschaut, was das für Leute waren, die sie einst erschufen... das waren keine Puristen, sie drückten sich einfach nur mit den ihnen seinerzeit zur Verfügung stehenden Mitteln aus. Und das wollten wir auch machen: wir wollten den Liedern gerecht werden, ohne sie wie Museumsstücke zu behandeln. Ein Grund, weshalb ich mit Garrison zusammenarbeiten wollte, war, daß sie so spontan und forsch ist. Und ich glaube, daß diese Qualitäten auch eine große Rolle beim Gelingen des Projekts spielten.”
Für Joplin und Starr, die beide noch relativ am Anfang ihrer Karriere stehen, ist das traditionelle Folkrepertoire eine buchstäblich bodenlose Liedquelle. Und das Projekt “Among The Oak & Ash” bietet beiden Künstlern eine formidable neue Betätigungsmöglichkeit. “Wir betrachten dieses Projekt wirklich als etwas, das Zukunft hat”, sagt Starr. “Wir haben gerade erst angefangen”, meint Joplin ergänzend, “aber es hat uns eine Menge Spaß gemacht. Und so lange wir dabei soviel Spaß haben wie im Augenblick, wollen wir das Projekt auch weiter betreiben. Das Material wird uns definitiv nicht so schnell ausgehen.”
Tracks
1. Hiram Hubbard
2. Peggy-O
3. Angel Gabriel
4. Shady Grove
5. The Water Is Wide
6. The Housewife's Lament
7. Pretty Saro
8. All The Pretty Little Horses
9. Come All You Young & Tender Ladies
10. Joseph Hillström 1879-1915
11. Look Down That Lonesome Road
12. High, Low & Wide
13. Bigmouth Strikes Again
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