Bossa Nova

- Bossa Nova
Autor: Ruy Castro; Seiten: 392, gebunden; Verlag: Hannibal; Preis: € 29,90 (D), sFr 52,20
ISBN 3-85445-249-7
„Schuld war nur der Bossa Nova" sang Manuela in den 60ern. Das „Girl From Ipanema" vermittelte auch im kühlen Mitteleuropa eine Ahnung von der Copacabana, und mit Sergio Mendes & Brazil 66 hielten swingende brasilianische Popklänge Einzug in die internationalen Hitlisten. Schuld daran war letztlich Frank Sinatra. Wie das?
Ruy Castro gibt Auskunft. Rio de Janeiro in den 50er- und 60er-Jahren: Castros Buch rekonstruiert das Leben der Boheme und die kulturelle Aufbruchsstimmung in Brasilien, als der Bossa Nova seinen Siegeszug antrat, der ihn schließlich um die ganze Welt führte. Um dieses faszinierende Mosaik zusammenzustellen, das die Musikrichtung ebenso wie die damit verbundene Lebenshaltung erklärt, interviewte Ruy Castro 18 Monate lang zahlreiche Augenzeugen und Zeitgenossen: Komponisten, Sänger, Instrumentalisten.
Das Ergebnis ist eine Geschichte, die sich wie ein Roman liest, mit allen dazugehörigen Elementen: Liebe, Leidenschaft und Ablehnung, komische und tragische Ereignisse, Bündnisse und Intrigen. Tragende Rollen spielen dabei unter anderen Jo‹o Gilberto, Tom Jobim, VinÃcius de Moraes, Newton Mendonca, Nara Leao, Carlinhos Lyra, Elis Regina - und die Legionen von jungen Leuten, die sich überall auf der Welt von deren Charme und Liedern verführen ließen.
Castros Buch ist das Standardwerk über Bossa Nova. Erstmals 1990 in Brasilien erschienen, liegt es seit 2001 in einer aktualisierten Ausgabe vor, auf die sich diese deutsche Version stützt. Die Plattenirma Universal Jazz & Classics bereitet zum Erscheinen des Buchs eine CD-Compilation mit der Geschichte des Bossa Nova vor.
Autor
Ruy Castro, Jahrgang 1948, wuchs mit Bossa Nova auf. Er war Redakteur, Reporter und Mitarbeiter bei den größten brasilianischen Zeitungen und Zeitschriften. Er schrieb zahlreiche Bücher über brasilianische Musik und Kultur, außerdem einen Roman, ein Jugendbuch und drei Comedy-Reader. Überdies übersetzte er die Klassiker Frankenstein und Alice im Wunderland (Alice no paÃs das maravilhas) ins Brasilianische.
Fazit
Dieses Buch ist unbedingt allen Freunden der brasilianischen Musik, des Bossa Nova, der "Jovem Guarda", des "Tropicalismo" zu empfehlen. Hier lernt man den Ursprung und die Väter dieses sensationellen Sounds, der zu einem Lebensgefühl wurde, der ganze Generationen von Brasilianern prägte, kennen. Abgerundet wird das phantastische Buch, das sich leicht und flüssig wie ein Roman ließt, von einer exquisiten Diskografie. Diese Platten sollten dann auch in keiner Sammlung eines Fans der brasilianischen Musik fehlen. (Bernd Kielmann)
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