Der Teufel kennt kein Halleluja

- Der Teufel kennt kein Halleluja
Italien / Spanien 1970; FSK 16 J.; ca. 101 Min.
KSM GmbH
Regie: Mario Camus; Darsteller: Terence Hill, Fernando Rey, Maria Grazia Buccella
Ton: DD 2.0; PAL; RC 2
Der Teufel kennt kein Halleluja Italo-Western mal anders! Zwar fehlen in Der Teufel kennt kein Halleluja nicht die typischen Zutaten für einen richtigen „Spaghetti-Western“, wie coole, ein wenig maulfaule Revolverhelden, zünftige Schießereien oder zornige Ganoven. Doch geht dieser Streifen sogar noch über die genreüblichen Gepflogenheiten hinaus, was ihn zu einem echten Klassiker dieser Gattung macht.
Dem preisgekrönten, spanischen Kultregisseur Mario Camus – 1983 gewann er u.a. mit Der Bienenkorb den Goldenen Bären bei der Berlinale – gelingt nämlich mit Der Teufel kennt kein Halleluja ein Italo-Western mit sozialkritischem Hintergrund. Und: Er schafft dem Star und Hauptdarsteller namens Terence Hill in diesem tiefgründigen Werk aus dem Jahre 1970 eine neue, andere Rolle, abseits seiner sonstigen Charaktere.
Terence Hill mimt hier den skrupellosen Auftragskiller Marco. Allerdings ohne seinen kongenialen Partner aus jener Epoche, Bud Spencer, mit dem er in sechzehn Filmen (u.a. Die rechte und die linke Hand des Teufels, Vier für ein Ave Maria oder Das Krokodil und sein Nilpferd) ein äußerst schlagkräftiges und nie um einen flotten Spruch verlegenes Duo bildete. Aber das stört niemanden, ganz im Gegenteil. Dieser Film lebt von seiner düsteren Atmosphäre, da bleibt kein Platz für Jux und Klamauk – und das ist in diesem Falle auch gut so!
Bei Marco und seinem Bruder Jacobo (Mario Pardo) handelt es sich nämlich um zwei ganz finstere Gesellen, die für Geld jeden töten. Kommt ein Auftrag mit dem richtigen Entgelt, zögern die beiden keine Sekunde. Eines Tages werden sie von dem skrupellosen Großgrundbesitzer Don Antonio (Fernando Rey, French Connection, Wolfsblut) angeheuert, was sie in ein armes Bauerndorf in Andalusien führt.
Don Antonio zahlt den Bauern nur einen Hungerlohn und sein Schlägertrupp verbreitet Angst und Schrecken bei den Bauern. Kein Wunder, dass diese sich nun gegen ihn auflehnen. Als die beiden Killer dort eintreffen, erwarten die Bauern eigentlich einen Revolutionär (Carlo Alberto Cortina), der ihnen beim Kampf gegen die Unterdrückung helfen soll. Was die Bauern natürlich nicht wissen: Genau diesen sollen Marco und Jacobo um die Ecke bringen. Während Marco auf die Ankunft dieses Mannes wartet, bekommt er einiges von den Zuständen in dem Dorf mit. In ihm wachsen immer mehr Zweifel, ob es richtig ist, einen Mann zu töten, der den Bauern im Kampf gegen die Unterdrückung unterstützen will.
Doch noch ist er ganz Profi und legt den Revolutionär um, nachdem dieser eine flammende Rede gegen die Großgrundbesitzer gehalten hat. Nach seiner Tat erkennt der Revolverheld aber, dass dies falsch gewesen ist. Er beschließt, das Töten aufzugeben, was seinem Bruder Jacobo allerdings gar nicht gefällt. Der will keineswegs auf das schöne Geld verzichten und es kommt zum Zerwürfnis zwischen den beiden.
Während Marco sich auf die Seite der armen Bauern schlägt, tötet Jacobo weiter für den fiesen Don Antonio. Als er gerade den friedlichen Landbesitzer Don Lucas (William Layton), für den die Bauern nun arbeiten, erledigt hat, wird er aber seinerseits von der Schlägerhorde Don Antonios über den Haufen geschossen. Jacobo kann sich gerade noch schwer verletzt zu seinem Bruder schleppen und stirbt dann in dessen Armen. Für Marco ist damit die Zeit des Nicht-Tötens vorbei. Er schwört blutige Rache...und weiß: Jeder muss eines Tages für seine Vergangenheit bezahlen !
Der Teufel kennt kein Halleluja ist eine ambitionierte Story mit einem völlig untypischen, ernsten und wortkargen Terence Hill. Eine fantastische schauspielerische Leistung des Italieners. Das Leid der Bauern und der Charakterwandel des Auftragskillers werden eindrucksvoll in Szene gesetzt. Wirklich ein ganz besonderer Terence Hill-Film – und als Highlight: Erstmals gibt es dieses Meisterwerk ungeschnitten. Das Ende hat es in sich – Versprochen!
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