Der Turm

- Der Turm
Autor: Uwe Tellkamp
Sprecher: Sylvester Groth
8 CDs
ca. 582 Min.
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk / Norddeutscher Rundfunk, 2009
Der Hörverlag
€ 16,99 (D), sFr 30,20 (UVP)
ISBN 978-3-86717-551-7
Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind.
Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen?
Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.
In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.
Sylvester Groth akzentuiert mit seiner zurückhaltenden Lesung die Bildgewalt von Tellkamps Sprache.
Hörprobe
Sprecher
Sylvester Groth, 1958 geboren, absolvierte seine Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und ist ausgebildeter Tenor. In den vergangenen Jahren spielte Sylvester Groth an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen. Auch in Kino, TV und bei Hörbuchproduktionen ist er präsent. Für seine Rolle als Stasi-Agent in Romeo wurde er 2002 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Er wirkte in zahlreichen Hörspielproduktionen mit, u. a. in Combray von Marcel Proust, Otherland von Tad Williams, Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón oder in Der Orientzyklus von Karl May.
Autor
Uwe Tellkamp, 1968 in Dresden geboren, verlor nach seinem Wehrdienst in der NVA wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ seinen Medizinstudienplatz. 1989 wurde er im Zuge der Wende inhaftiert und setzte danach sein Studium in Leipzig, New York und Dresden fort. Nach seinem akademischen Abschluss arbeitete er als Arzt in einer unfallchirurgischen Klinik in Dresden. Derzeit lebt er als Schriftsteller in Freiburg. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen geehrt, u. a. dem Uwe-Johnson-Preis 2008, dem Dresdner Lyrikpreis 2004, dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2004 und Der Turm mit dem Deutschen Buchpreis 2008.
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