Jazzkantine "Hell'S Kitchen"

- Jazzkantine "Hell'S Kitchen"
Sashimi Re.
Die Jazzkantine ist seit mitlerweile fast fünfzehn Jahren eine feste Größe in der deutschen Popkultur. Sie hat es in dieser langen Zeit immer wieder geschafft, mit verrückten Crossoverexperimenten und Kooperationen auf sich aufmerksam zu machen und dabei die heimische Pomusik zu inspirieren und ihr neue Impulse zu geben.
Die Jazzkantine spielt nun (ihre) Versionen großer Rock- und Metal-Klassiker der 80er. Großartiges Handwerk verknüpft mit viel Kreativität. Die Braunschweiger Band erweist sich auf Hell’s Kitchen bestens eingespielt.
Sie groovt, was das Zeug hält und schafft es tatsächlich aus den bekannten „Rockklassikern“ eigenständige Songs zu machen, die es ohne Frage mit den Originalen aufnehmen können. Verblüffend ist dabei die Liste der Gastsänger. Shooting-Star Tom Gaebel beispielsweise beeindruckt mit seiner Interpretation von AC/DCs Highway To Hell in einer unwiderstehlichen Swing-Version. (das Stück ist zugleich die erste Single-Auskopplung).
Sam Leigh-Brown (Frank Pop Ensemble) begeistert mit einer sehr beseelten Jazzbossa-Interpretation von Van Halens Jump, Pat Appleton (DePhazz) wiederum interpretiert I was made for loving you von Kiss als wunderschöne Jazz- Ballade. Xavier Naidoo hat mit viel Ausdruck und Gefühl die Feinheiten aus Metallica´s Nothing Else Matters herausgearbeitet, während Dr. Ring Ding mit Ain´t talkin bout love für die Reggae-Färbung sorgt.
Überraschungsgast Max Mutzke schließlich hat sich an AC/DCs Back in Black gewagt und eine erstaunliche Groove-Version davon eingesungen. Einen weiteren Titel der australischen Kultband liefert mit Hell´s Bells Louie (Silent Radio), ein langjähriger Weggefährte der Jazzkantine.
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Meinung
Das Problem bei vielen Alben, die nur aus Coverversionen bestehen, ist in der Regel die offensichtliche die Ideenarmut, mit der die Musiker den Originalen zu Leibe rückt. Wie man es richtig macht, zeigt, völlig unerwartet, die Jazzkantine. Die seit 1993 aktive Band aus Braunschweig um Bassist Christian Eitner, nimmt sich auf Hell's Kitchen zwölf Metal- und Hardrock-Klassiker zur Brust und das auf äußerst charmante Art und Weise.
Zu den Pluspunkten zählt dabei neben der unbändigen Spielfreude, mit der die Jazzkantine hier aufwartet vor allem die stilistische Vielschichtigkeit, mit der man hier zu Werke geht. Egal ob beim von Xavier Naidoo kongenial gesungenen Metallica-Klassiker "Nothing Else Matters" oder der nicht weniger schmissig inszenierten Kiss-Hymne "I Was Made For Loving You", bei der Pat Appleton (DePhazz) die Vocalparts beisteuert, die Band hat immer wieder neue Überraschungen parat und schafft es so, keine Sekunde lang Langeweile aufkommen zu lassen.
Zu den weiteren Highlights zählt neben einer unwiderstehlich swingenden Version des AC/DC-Gassenhauers Highway To Hell, eingespielt mit Hilfe von Tom Gaebel, vor allem das von Rapper Cappucino absolut überzeugend gesungene "Iron Horse", im Original von Motörhead. Der Jazzkantine gelingt es auf Hell's Kitchen erstaunlich gut, trotz aller stilistischen Abschweifungen, den ursprünglichen Spirit der Originale beizubehalten. Auch das mit Unterstützung von Matz Mutzke eingespielte, mit einem lässigen Funk-Groove unterlegte "Back In Black" funktioniert ganz hervorragend. Norbert Schiegl (amazon.de)
Tracks
1. Highway to Hell Vocals: Tom Gaebel
2. Jump Vocals: Sam Leigh-Brown
3. Nothing else matters Vocals: Xavier Naidoo
4. Iron horse Vocals: Cappuccino
5. Ain't talking bout love Vocals: Ring Ding Trombone: Nils Wogram
6. Back in black Vocals: Max Mutzke
7. Smoke on the water
8. Paranoid Vocals: Cappuccino
9. I was made for loving you Vocals: Pat Appleton
10. Walk this way Vocals: Tachi & Cappuccino
11. Strong arm of the law Vocals: Sam Leigh-Brown
12. Hell's Bells Vocals: Louie
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