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Kate Royal "Midsummer Night"

Kate Royal "Midsummer Night"
EMI Classics

Eine Sopranstimme eingebettet in die reiche Klangpalette eines großen spätromantischen Orchesters: Von diesem Eindruck war Kate Royals erfolgreiches Debütalbum geprägt. Zwei Jahre später legt die preisgekrönte englische Sängerin nun ein neues Recital vor, in dem sich Klangpoesie und Expressivität, dramatische Momente und die geradezu hypnotische Suggestivkraft einer der schönsten Sopranstimmen unserer Zeit begegnen. Das Album Midsummer Night lässt die Sängerin in unterschiedlichste Frauenrollen schlüpfen.

Rusalkas Lied an den Mond, Mariettas Lied aus Korngolds Toter Stadt, Brittens Turmszene aus The Turn of the Screw oder auch Lehárs Vilja-Lied aus der Lustigen Witwe: Diese und viele andere Komente aus der Opernwelt um 1900 haben eines gemeinsam, wie Kate Royal selbst erklärt: "Sie zeigen eine weibliche Hauptfigur in einem glücklichen Moment, bevor die eigentliche Tragödie hereinbricht."

Diese Momente sind geprägt von Träumen, von Erinnerungen, von großen Sehnsüchten - und damit von einer ganz besonderen Poesie. Kate Royal: "Eine unterschwellige Spannung mischt sich in die an der Oberfläche durch und durch ´schöne´Musik."

Die psychologische Herausforderung für die sängerische Gestaltung dieser besonderen Gesangsszenen ist immens, gilt es doch einerseits die Herzen der Zuhörer für besonders facettenreiche Figuren zu öffnen, und andererseits die tief verborgene Tragik dieser Gestalten heraufzubeschwören.

Bio
Welche Musik sie auf ihrem iPod hat? Als Kate Royal die Frage in einem Interview gestellt wird, zögert sie keine Sekunde. Und nennt dann nicht Verdi, Strauss oder Mozart, sondern Joni Mitchell, Stevie Wonder, Prince und David Bowie. Die poppige Musikauswahl ist ebenso charakteristisch für die 28-jährige Sängerin wie die Unverblümtheit, mit der sie darüber spricht. Mit klassischer Musik, das scheut Kate Royal sich nicht zuzugeben, hatte sie nämlich lange kaum etwas am Hut, obwohl sie von frühester Kindheit mit Musik umgeben war (ihre Mutter war Balletttänzerin, ihr Vater Popsänger). Und auch Kate zog es bereits als Schülerin auf die Bühne. Sie war Mitglied einer semi-professionellen Musiktheatergruppe. "Ich und ein ganzer Haufen Mädels", erinnert sie sich, "haben Stepptanz gemacht und Sachen von den Andrew Sisters gesungen". Bis ein Gesangslehrer Kate eine Partitur in die Hand drückte mit den Worten: "Das solltest du mal probieren."

Seitdem stand für Kate Royal fest: Genau das ist es, was sie machen will. Sie studierte an der Guildhall School of Music and Drama und am National Opera Studio. Und gelangte mit ihrer von der internationalen Kritik hoch gelobten Stimme schnell an die Spitze der internationalen Nachwuchs-Elite. 2004 gewann sie den Kathleen Ferrier Award sowie den John Christie Award und 2006 den Royal Philharmonic Society Award als beste Newcomerin.

Ihren Durchbruch schaffte sie, als sie in Glyndebourne für eine erkrankte Kollegin als Pamina in Mozarts Zauberflöte einsprang. "Danach wurde ich überall für diese Rolle eingeladen", erzählt sie. Doch festlegen lassen will sich die junge Sängerin nicht. Ihre Opern-Engagements umfassen außerdem die Gräfin in Le nozze de Figaro beim Festival in Aix-en-Provence, die Gouvernante in Benjamin Brittens The Turn of the Screw, Helena in Brittens A Midsummer Night's Dream (sowohl am Teatro Real, Madrid wie beim Glyndebourne Festival), Miranda in Thomas Adès' The Tempest am Royal Opera House und die Titelrolle in Monteverdis L'Incoronazione di Poppea an der English National Opera. Zudem eroberte sie sich das Oratorien-Repertoire (Händels Messiah mit William Christie und Schumanns Das Paradies und die Peri mit Sir Simon Rattle) und ging 2007/2008 auf große Recital-Tournee in Nordamerika.

Auf CD konnte man Kate Royal bereits als Duett-Partnerin des Tenors Ian Bostridge auf dessen Händel-CD und in Sir Paul McCartneys Oratorium Ecce cor meum erleben.

Bei der Auswahl des Repertoires ihrer ersten Solo-CD bei EMI Classics sei sie "ziemlich egoistisch gewesen", erzählt sie. "Ich wollte auf meiner ersten CD zeigen, was ich alles kann." Das gelingt ihr mit Orchesterliedern von Richard Strauss, Igor Strawinsky, Claude Debussy, Joaquín Rodrigo und anderen, begleitet von der Academy of St Martin in the Fields unter Leitung von Edward Gardner. "Betörend" und "sexy" nannte der Gesangspapst Jürgen Kesting in der FAZ ihren Gesang auf dieser CD. Ungewöhnliche Worte für einen Kritiker. Aber Kate Royal ist ja auch kein gewöhnlicher Sopran.

Tracks
1. Midsummer night
2. The nightingale's aria
3. At the haunted end of the day
4. The trees on the mountains
5. Song to the moon
6. Embroidery aria
7. Vilja-Lied
8. Do not utter a word
9. Tiny's song
10. Rossignol
11. How beautiful it is
12. Wuthering heights
13. Mariettas Lied

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