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R.M.F. "Into"

R.M.F. "Into"
Ministry of Sound

Ist Russland das neue Skandinavien? Kommen die neuen Erfolgswellen des Pop demnächst aus dem Osten? Lösen Moskau und St. Petersburg demnächst London und Liverpool ab?

All diese Fragen tauchen unweigerlich auf, wenn man – ganz unvorbereitet – den ersten Song des Debütalbums „Into“ des Moskauer Quartetts RMF hört: „My Pride“ heißt der Auftakt zu einer eindrucksvollen Soundreise durch 14 Songs. Ein treibendes Gitarrenriff, ein vielschichtiges Pop-Arrangement und nicht zuletzt der Gesang der 23jährigen Tasten- und Frontfrau Arina Popova machen „My Pride“ zu einer echten Entdeckung.

Wurde Popmusik aus den osteuropäischen Staaten bislang eher als regionales Phänomen mit wilden Metallern, bärtigen Poeten oder aber als Dancefloor-Trash mit folkloristischen Einsprengseln abgetan, so müssen diese Vorurteile spätestens jetzt revidiert werden. „Wir gehören ganz klar zu einer Generation, die diese alten Russen-Muster nicht mehr braucht“ sagt Gitarrist Yury Poisik, der neben dem Jazz auch den Reggae der 70ger zu seinen wesentlichen Einflüssen zählt.

Die Rhythmen des Marley-Clan von Bob bis Sohn Julian gehörten auch in Moskva zu den Taktgebern. Und die an einem Moskauer Konservatorium ausgebildete Sängerin Popova ergänzt: „Als junges Mädchen habe ich zehn Jahre lang in einem renommierten Folk-Ensemble gesungen“ erzählt sie. „Dann hörte ich zum ersten Mal Queen und meine musikalische Welt änderte sich schlagartig. Ich habe sogar mit den Songs von Freddy Mercury Englisch gelernt, während ich am Klavier vor mich hin geklimpert habe.“

Wenn Sängerin Arina von ihrer Heimatstadt in der tristen Peripherie von Moskau erzählt; und wie sie durch die Musik buchstäblich ihr Leben umkrempelte; so wird die weltumspannende Wirkung von Popmusik noch deutlicher als in Manchester oder Mailand. „Moskau ist in den letzten zehn Jahren regelrecht explodiert.

Einerseits gibt es da diesen gigantischen Bauboom verbunden mit Reichtum und Protzerei. Anderseits hat sich auch auf künstlerischer Seite einiges getan. Zwar ist die Stadt in letzter Zeit immer teurer geworden, doch wenn man sich auskennt, findet man genug Nischen. Die Musikszene jedenfalls ist mittlerweile sehr international geworden“ berichten Yury und Arina.

Mit ihren englisch gesungenen Popsongs, in denen mal marschierende Gitarren, mal verhaltene Ska-Elemente und dann wieder vertrackte Arrangements vorherrschen, treten RMF das Erbe von weltweiten Erfolgsmodellen zwischen den Cardigans oder No Doubt an.

Die Single-Auskopplung „Love is like a flame“, die schon jetzt auf der Band-eigenen myspace-Seite tausendfach angeklickt wird, bringt das RMF-Credo auf den Punkt. Statt russischer Schwere dominiert eine spielerische Leichtigkeit, die aber keineswegs mit Oberflächlichkeit verwechselt werden sollte. Arinas erklärtes Faible für die isländische Pop-Queen Björk führt in die richtige Richtung: Songs mit Ohrwurm-Charakter, die stets einen ganz individuellen Dreh haben.

RMF besteht als feste Band seit rund zwei Jahren, wobei Schlagzeuger Vlad Rush, Gitarrist Yury Poisik und Gitarrist Rezunov Vladimir vorher bereits in diversen Underground- und Jazz-Bands der boomenden Moskauer Szene spielten. Sängerin Arina Popova stieß durch einen Zufall zu der Jungs-Gang. „Das Ganze begann sehr romantisch“ erzählt sie.

Tracks
1. My pride    
2. Love is a flame    
3. Bad girl    
4. Don't let me down    
5. Rain    
6. One to decide    
7. Fly away    
8. Breaking hearts    
9. Yesterday is gone    
10. When you look at her    
11. Need your loving    
12. The only way    
13. I looked into your eyes    
14. Keep the faith

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