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Rome "Flowers from Exile"

Rome "Flowers from Exile"
Trisol

Mit "Flowers from Exile" krönt die Luxemburger Folkformation Rome ihr bisheriges Schaffen, das immerhin bereits drei Alben in wenigen Jahren umfasst. Waren frühere Veröffentlichungen noch apokalyptisch-kämpferischer Natur, wandte man sich auf der expressionistisch angehauchten CD "Masse Mensch Material" (2008) einer ausgeprägten Innensicht zu. Romes Universum wurde durch stolze Resignation und süße Melancholie erweitert.

Das aktuelle Album geht nun noch einen Schritt weiter in diese Richtung. Ähnlich wie bei den frühen Alben des legendären Songwriters Leonard Cohen werden hier mit fatalistischer Geste und finsterem Timbre Geschichten aus dem (inneren) Exil erzählt; von der Sehnsucht nach einer verlorenen Heimat, von der Einsamkeit und detr ewigen Wanderschaft, aber auch von unverhofften Freunden in der Ferne und der eigentlichen Heimat im eigenen Herzen.

Songs wie "The secret sons of Europe" oder "To die among strangers" (das zuvor auf Mini-CD veröffentlicht wurde) formen einen Liederzyklus voller Metaphern der Entfremdung - die Poesie der Sehnsucht. Detailreiche Arrangements nutzen den Klang der Flamenco-Gitarre ebenso wie geheimnisvolle Samples, pulsierende Beats und traurige Melodien.

Romes Liedern wohnt eine stoische Melodramatik inne. Neben Cohen denkt man wohl am ehesten noch an Ikonen wie Tom Waits und den späten Johnny Cash, um die Lyrik und Stimme Jerome Reuters zu beschreiben. "Flowers from exile" ist ein ebenso emotionales wie kritisches Werk. Das persönlich geprägte Album eines modernen Liedermachers, das von inneren und äußeren Reisen erzählt. Jerome Reuters ergreifender Gesang und Patrick Damianis komplexe musikalische Arrangements lassen die musikalischen Wurzeln des Folk weit hinter sich und senden diese Blumen aus dem Exil an alle Hörerinnen und Hörer, die noch willens und fähig sind, die Würde, die Hoffnung und den Stolz zwischen den Zeilen zu erfühlen und die bereit sind sich selbst in jenen rastlosen Geistern, die der zwölfteilige Songzyklus beschwört, zu erkennen.

Tracks
1. To A Generation Of Destroyers
2. The Accidents Of Gesture
3. Odessa
4. The Secret Sons Of Europe
5. The Hollow Self
6. A Legacy Of Unrest
7. To Die Among Strangers
8. A Culture Of Fragments
9. We Who Fell In Love With The Sea
10. Swords To Rust - Hearts To Dust
11. Flowers From Exile
12. Flight In Formation

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