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Various "A Tribute to Die Fantastischen Vier"

Various "A Tribute to Die Fantastischen Vier"
Sony Music

Und wieder gibt es einen Grund, auf Die Fantastischen Vier neidisch zu sein: Nach zwanzig beispiellos erfolgreichen Jahren im Musikbusiness, in denen Michi Beck, Thomas D, Smudo und And.Ypsilon über ein Dutzend Longplayer (inklusive Live-Alben, Best Of und Megavier) sowie knapp dreißig Singles veröffentlichten, die sich insgesamt mehr als sechs Millionen Mal verkauften, zelebriert die Band 2009 ihr Jubiläumsjahr nicht nur mit Pauken und Trompeten auf der größtmöglichen Freifläche ihrer Heimatstadt Stuttgart, sondern wird auch selbst reich beschenkt.

Mit „A Tribute to Die Fantastischen Vier“ veröffentlicht Columbia Deutschland  eine spektakuläre Doppel-CD, auf der sich mehr als dreißig Musiker und Bands aus fünf Jahrzehnten deutscher Musikgeschichte vor den Genre-Schöpfern verneigen. Unter den Gratulanten finden sich mit Xavier Naidoo, Peter Maffay, Scooter, The Rattles, Die Massiven Töne, Thomas Anders, Karat, Sasha, Roger Cicéro, Fehlfarben, Mario Barth, Revolverheld und Juli zahlreiche Legenden, Wegbegleiter, ehemalige Konkurrenten und prominente Fans.

In der Summe ergibt sich ein Gänsehaut-Line-Up, das dem Anlass nicht nur gerecht wird, sondern in seiner Zusammensetzung auch Ausdruck der nachhaltigen Breitenwirkung und des Talents dieser Band ist. Diese Karriere gründet auf einem Musikstil, der hierzulande bis zu ihrem Auftauchen ein unbeachtetes Nischendasein fristete – und dies ohne ihr Wirken möglicherweise auch heute noch täte.

Wie viele Musiker und Bands ihren Erfolg nebst beruflicher Existenz den vier Stuttgartern verdanken, vermag wohl keine Statistik darzustellen. Fakt ist: es ist höchste Zeit, diesen Pionieren ein „Tribute-Album“ zu widmen und damit eine Ehre zuteil werden zu lassen, in deren Genuss in Deutschland bislang lediglich die Ärzte und Rio Reiser kamen.

Ein Tribute-Album ist vor allem eins: verdammt viel Arbeit. Das war von Anfang an auch dem Mastermind des Projekts, Fanta-Vier-Manager Andreas „Bär“ Läsker klar. Aus diesem Grund hatte er bereits vor mehr als zweieinhalb Jahren mit den Vorbereitungen für diese Mammutaufgabe begonnen – und das keinen Tag zu früh. Denn auch wenn die positiven Rückmeldungen der involvierten Künstler zunächst verblüffend schnell und zahlreich erfolgten, erwies sich als größter Zeitfresser die praktische musikalische Umsetzung der Beiträge.

Der banale Grund: Das Fanta-4-Oeuvre war oft nicht mit den musikalischen Gepflogenheiten der Tributanten in Einklang zu bringen. „Ein Rap-Stück hat in der Regel wesentlich mehr Text als ein Pop-, Schlager- oder Rock-Song“, erklärt Bär, „wenn ein Sänger den gesamten Text singen wollen würde, wäre das Lied statt drei oder vier plötzlich sieben oder acht Minuten lang.“

Auch der Mangel an herkömmlichen Gesangslinien bereitete den Künstlern mitunter Schwierigkeiten bei der Auswahl und Umarbeitung ihrer Beiträge. Auffällig oft fiel die Wahl dabei auf F4-Stücke jüngeren Datums, während sich zu aller Überraschung keiner der Gratulanten an die „Lauschgift“-Klassiker „Populär“ und „Sie ist weg“ (immerhin der erste Nummer-Eins-Hit der Band!) wagte.

Erstaunlicherweise mauserte sich dagegen der Track „Geboren“ vom Album „Viel“ zum Favoriten, gleich viermal wurde die Hitsingle von 2005 gecovert. „Die neuen Fanta-4-Songs haben offensichtlich eher Songstrukturen, mit denen Musiker aus anderen Genres arbeiten können“, mutmaßt Läsker, „außerdem sind die frühen Sachen auch viel stärker personalisiert.“ Keine Frage: ein Sebastian Krumbiegel, ein Max Mutzke oder ein Henning Wehland täten sich, auch bei möglicherweise noch so großem Faible für die ursprüngliche Komposition, eher schwer, in jeder dritten Songzeile halbwegs glaubwürdig etwa den Satz „Ich bin S.M.U.D.O. von den Fantastischen Vier“ zu verkünden.

Extrem stolz ist der Musikmanager u.a. auf die Beiträge von „Bands, die es nicht mehr gibt oder in dieser Besetzung nicht mehr existieren“. So findet sich u.a. die Früh-Neunziger-Punkband Yeti Girls mit „Yeah Yeah Yeah“ im Tracklisting, die sich eigens für den Anlass wieder zusammentat. Und ein nostalgischer Schauer lief Andreas „Bär“ Läsker schließlich über den Rücken, als er vom Kurierfahrer das Master der „Mehr Nehmen“-Version der Fehlfarben ausgehändigt bekam. Absender: das Düsseldorfer Kultlabel Ata Tak. „Als ob 1982 erst gestern Abend gewesen wäre“, schmunzelt Bär, der in den vergangenen dreißig arbeitsintensiven Monaten mit „A Tribute to Die Fantastischen Vier“ nicht nur das denkbar bestmögliche Geburtstagsgeschenk für seine Schützlinge zusammengezimmert hat und gleichzeitig unzählige Fan-Träume wahr macht, sondern nicht zuletzt auch seine eigenen. Schließlich feiert nicht nur die von ihm so erfolgreich betreute Band ihren Ehrentag – auch der Manager begeht 2009 sein zwanzigstes Dienstjubiläum. Happy Birthday!

Tracks
CD 1

1. Was geht - Version 2009
2. Dicker Pulli
3. Geboren
4. Yeah Yeah Yeah
5. Sommerregen
6. Der Picknicker
7. Die Da!?!
8. Krieger
9. Ewig
10. G. Boren
11. Flüchtig
12. Le Smou
13. MfG
14. Troy
15. Laut Reden Nichts Sagen
16. Was bleibt
17. Mehr geben
18. Yeah Yeah Yeah

CD 2
1. Dicker Pulli
2. Er muss raus
3. Wie die anderen
4. Über Nacht zum Krieger gemacht
5. Die Da!?!
6. Sie ist weg
7. Ernten was wir säen
8. Was bleibt
9. Paranoia Blues (Schizophren)
10. 4 gewinnt
11. MfG
12. Geboren
13. Krieger - Version 2009
14. Nach dem Regen
15. Ernten was wir säen
16. Sommerregen
17. Hoffnung
18. Buenos Dias Messias

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